Muldenlüfter, Deckenlüfter oder Haube
Die klassische Haube über der Insel ist die leistungsfähigste und meist leiseste Lösung, weil sie den Dampf dort auffängt, wo er von selbst hinsteigt. Ihr Nachteil ist sichtbar: Sie hängt im Raum und begrenzt die Blickachse. In Räumen mit niedriger Decke steht sie außerdem schnell im Weg.
Ein Deckenlüfter löst das, indem er in die abgehängte Decke wandert und nur als Fläche sichtbar bleibt. Dafür braucht es die abgehängte Decke, eine durchdachte Luftführung und die Bereitschaft, Technik über dem Kopf zu akzeptieren, an die man zum Filterwechsel herankommen muss. In Hamburger Altbauten mit Stuckdecke scheidet diese Variante meist aus.
Der Muldenlüfter ist der Kompromiss, der optisch am wenigsten kostet und baulich am meisten verlangt. Wo die Insel ohnehin schmal ist und der Unterschrank Stauraum tragen soll, wird es eng. Wie eng, zeigt sich bei der Planung einer Küche mit Kochinsel, wo Reservoir, Abfall und Lüfter um denselben Raum konkurrieren.
Abluft oder Umluft
Abluft führt die Luft nach draußen und ist die wirksamste Variante, weil Gerüche und Feuchtigkeit das Haus verlassen. Sie setzt einen Kanal zur Fassade oder zum Dach voraus, und der will früh geplant sein: Jede Umlenkung kostet Leistung, jeder Meter Kanal auch. Im Altbau scheitert Abluft häufig daran, dass kein Weg nach außen existiert, der ohne Eingriff in die Fassade auskommt.
Umluft filtert die Luft und gibt sie an den Raum zurück. Moderne Aktivkohlefilter leisten dabei deutlich mehr als ihr Ruf vermuten lässt, Feuchtigkeit bleibt aber im Raum. Dafür ist Umluft im Winter die energetisch sinnvollere Lösung, weil keine beheizte Luft nach draußen geht. Gewechselt wird der Filter je nach Nutzung ein- bis zweimal im Jahr.
Ein Punkt, der oft erst spät auffällt: Wird im selben Raumverbund eine raumluftabhängige Feuerstätte betrieben, etwa ein Kaminofen oder eine Gastherme, verlangt der Bezirksschornsteinfeger bei Abluft in der Regel eine Sicherheitseinrichtung wie einen Fensterkontaktschalter. Das klären wir vor der Entscheidung und nicht danach.
Was die Entscheidung in der Planung bedeutet
Drei Dinge entscheiden darüber, welche Lösung überhaupt infrage kommt. Erstens die Deckensituation: Nur wo abgehängt werden darf, ist ein Deckenlüfter möglich. Zweitens der Weg nach draußen, der über Abluft oder Umluft entscheidet. Und drittens der Platz im Unterschrank, der beim Muldenlüfter mit Auszügen, Abfallsystem und gegebenenfalls einem Reservoir für kochendes Wasser konkurriert.
Dazu kommt die Frage, wie Sie kochen. Wer häufig mit hoher Hitze arbeitet, brät und wokt, erzeugt mehr Dunst als jemand, der überwiegend backt und dämpft. In Haushalten der ersten Art empfehlen wir seltener Umluft und planen den Kanal lieber mit ein.
Bei den Geräten arbeiten wir unter anderem mit Bora, Novy, Gaggenau, Miele und V-ZUG; welche Hersteller wir sonst führen, steht auf der Seite zu unseren Luxusküchen Marken. Beispiele aus Hamburger Projekten zeigen wir in der Projektübersicht.
Häufige Fragen zum Dunstabzug in der Küche
Muldenlüfter oder Dunstabzugshaube: was ist besser?
Rein technisch hat die Haube die Nase vorn, weil sie den Dampf dort auffängt, wohin er von selbst steigt. Der Muldenlüfter gewinnt überall dort, wo die Sicht frei bleiben soll, also vor allem in offenen Räumen und an der Kochinsel. Die Entscheidung fällt deshalb selten technisch, sondern über den Raum.
Abluft oder Umluft?
Abluft ist wirksamer, weil Gerüche und Feuchtigkeit nach draußen gehen, setzt aber einen Kanal zur Fassade oder zum Dach voraus. Umluft filtert und gibt die Luft zurück; die Feuchtigkeit bleibt im Raum, dafür geht im Winter keine beheizte Luft verloren. Im Altbau ohne Weg nach außen bleibt oft nur Umluft.
Brauche ich einen Fensterkontaktschalter?
Wenn im selben Raumverbund eine raumluftabhängige Feuerstätte wie ein Kaminofen oder eine Gastherme betrieben wird und der Abzug auf Abluft läuft, verlangt der Bezirksschornsteinfeger in der Regel eine Sicherheitseinrichtung. Ob das bei Ihnen zutrifft, klären wir vor der Geräteauswahl.
Wie viel Platz braucht ein Muldenlüfter im Unterschrank?
Je nach Gerät belegt die Technik einen erheblichen Teil des Schranks unter dem Kochfeld, bei Umluft zusätzlich den Platz für den Filterkasten. In der Praxis wandern Abfallsystem und Vorräte deshalb in ein Nachbarelement. Das planen wir ein, bevor die Korpusse gefertigt werden.
Wie laut ist ein Muldenlüfter?
Auf niedriger Stufe im Alltag leise, auf höchster Stufe deutlich hörbar, weil der Motor näher am Nutzer sitzt als bei einer Haube. Wer empfindlich ist, sollte den Motor nach Möglichkeit ausgelagert planen; das ist bei Abluft häufiger möglich als bei Umluft.
Wie oft muss der Filter gewechselt werden?
Bei Umluft je nach Nutzung ein- bis zweimal im Jahr, bei Abluft entfällt der Aktivkohlefilter, die Fettfilter kommen regelmäßig in die Spülmaschine. Die Geräte melden den Wechsel in der Regel selbst. Nachschub bekommen Sie bei uns.
Was beeinflusst die Kosten?
Vor allem die Bauart, die Wahl zwischen Abluft und Umluft, der Aufwand für die Kanalführung und ob Decke oder Unterschrank baulich angepasst werden müssen. Weil sich das von Küche zu Küche unterscheidet, rechnen wir nach dem Aufmaß individuell und besprechen den Rahmen im Beratungsgespräch.



